Informationen zur Reisemedizin

Reisemedizinische Beratung

 

Vorsorge

Allgemeines Verhalten

Prophylaxe

Impfungen

 

Der internationale Reiseverkehr hat in den letzten Jahrzehnten extrem zugenommen, dennoch werden Bedenken gegenüber Impfungen vorgebracht. Dabei sind Impfungen und prophylaktische Maßnahmen heute wichtiger denn je, da besonders Kurzreisende Krankheiten mitbringen, die erst nach Rückkehr in das Heimatland ausbrechen und bei Unkenntnis der Reise schwer zu diagnostizieren sind.

Schutzimpfungen beruhen auf der alten Erfahrung, dass eine durchgemachte Infektionskrankheit meist einen Schutz gegen eine spätere Infektion mit dem gleichen Erreger hinterlässt. Schutzimpfungen schützen vor den jeweiligen Krankheiten oder sie bewirken zumindest einen deutlich schwächeren Krankheitsverlauf.

Die derzeitig bei Reisen üblichen aktiven Immunisierungen sind auf den folgenden Seiten aufgeführt, sie geben aber nur einen Anhaltspunkt. Genauere Angaben finden sich bei den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Institutes.(www.rki.de)


Allg. Hygienemaßnahmen bei Reisen in die Tropen und Subtropen

 

  • Gute persönliche Hygiene einhalten.
  • Wasser (auch zum Zähneputzen!) und nicht pasteurisierte Milch müssen abgekocht werden, alternativ Mineralwasser etc.
  • Rohes Obst muss geschält werden - nicht bereits geschält kaufen!
  • Fleisch und Fisch müssen gut gekocht oder durchgebraten werden.
  • Speisen nicht bei Zimmertemperatur aufbewahren.
  • Eiswürfel, Speiseeis und offene Getränke meiden.
  • Das Aussehen von Speisen gibt keine Auskunft über ihre mögliche Infektiosität.


Malaria

 

Jährlich erkranken ca. 1.000 Bundesbürger an einer vom Urlaub mitgebrachten Malaria, 10- 20 von ihnen sterben jedes Jahr daran. Die wenigsten von ihnen hatte sich vorher über vorbeugende Maßnahmen informiert und/oder diese umgesetzt.

Mit dieser Information wollen wir Sie auf einige Dinge hinweisen, mit denen Sie Ihren Urlaub in den (Sub)-Tropen dann unbeschwert verbringen können 

Malaria weltweit 

Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung lebt in Malariagebieten, jährlich erkranken ca. 200 Mio. Menschen daran, zu einem großen Anteil Kinder. Dies ist eine der Ursachen der hohen Kindersterblichkeit in der Dritten Welt.

Malaria tritt heute überall dort auf, wo es ausreichend Wärme, Wasser und Menschen mit Malariaparasiten im Blut gibt. Dies erklärt, warum es in Wüstenregionen, in Höhen über 2500 m und z. B. in unserer mitteleuropäischen Region nur importierte Fälle von Malaria gibt.

 

Übertragung 

Weibliche Anopheles-Mücken übertragen bei Ihrem Stich mit dem Rüssel Malariaerreger ins menschliche Blut, von dort wandern sie in die

Leber, wo sie sich vermehren und nach frühestens 8 Tagen neuerlich ins Blut gelangen.

Hier befallen sie die roten Blutkörperchen, dringen in sie ein und vermehren sich dort weiter, bis die Blutzellen unter Fieberentwicklung platzen. Es beginnt ein neuer, jetzt heftigerer  Zyklus mit Befall weiterer Blutkörperchen usw.

Die Symptome gleichen einer Grippe mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, trockenem Hustenreiz, Übelkeit und bei Kindern und Senioren tritt gehäuft Durchfall auf. Die Symptome können auch einzeln und als einziger Hinweis auf eine Malaria auftreten.

Schnupfen findet sich i.d.R. nicht, so dass einige Mediziner verkürzt von der "Grippe ohne Naselaufen“  als häufigem Malariasymptom sprechen.

Es werden drei Formen von Malaria Er-krankung unterschieden: die gefährlichste, die  Malaria tropica hat häufig intensivere Symptome als die Malaria tertiana oder quartana, die M. tropica macht aber einen Anteil von ca. 65 % der nach Deutschland importierten Fälle aus. Das oft in Büchern beschriebene 3-Tagefieber (Fieber-Rhythmus alle 48 oder 72 Stunden) als Symptom findet sich selten zu Beginn einer Malaria tertiana oder M. quartana. Malaria tropica hingegen geht einher mit unregelmäßigem, oft hohem Fieber. Denkbar hingegen ist aber auch eine Doppelinfektion mit mehreren Malariaarten.

Wird die Malaria tropica nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, führt sie durch Verstopfung der kleinen Gefäße mit infizierten roten Blutkörperchen durch Multiorganversagen meist zum Tod.

Daher ist eine konsequente Vorbeugung und ggf. frühzeitige Diagnosestellung entscheidend.

 

Risikogruppen Kinder und Schwangere!

 

Schwangere und Kleinkinder sollten ihren Urlaub nicht in Malariagebieten verbringen. In der Schwangerschaft ist die Abwehrkraft vermindert, die Symptome einer Malaria können  wie auch bei Kindern untypisch sein, die Erkrankungsverläufe sind meist schwer.

Einige Malariamedikamente eignen sich zudem nicht zur Vorbeugung oder  Behandlung dieser Risikogruppen.

Persönlicher Schutz

 

 

Sticht Sie keine Mücke, kann auch keine Malaria übertragen werden. Eine solche "Expositionsprophylaxe" bedeutet:

·       Ab 17 Uhr lange, helle, am besten imprägnierte Kleidung tragen. Dies schreckt die nachtaktiven, dunkle Farben bevorzugenden Anophelesmücken ab.

·       Benutzen Sie für die freien Hautstellen ab 17 Uhr Repellentien, und benetzen Sie besonders die unteren freien Körperteile, die Malariamücke fliegt gerne bodennah. Bitte beachten Sie, dass die meisten Präparate eine auf 3-4 Std. begrenzte Wirkdauer haben, ggf. muss man sie  auftragen. In Deutschland handelsübliche Produkte sind meist schwach dosiert, verlangen Sie deshalb mindestens 30 %ige DEET (z. B. Nobite u. a.) oder kaufen Sie die Repellentien am Ankunftstag, sollten Sie nicht abends ankommen.